Hämorrhoiden Untersuchung

Diagnose 

Hämorrhoiden Untersuchung

Hämorrhoiden Untersuchung: Analinspektion, Rektale Untersuchung, Proktoskopie, und Rektoskopie. Auch eine Differentialdiagnose ist wichtig bei der Untersuchung.

Hämorrhoiden Untersuchung beim Arzt

Vor einem Arztbesuch wegen Hämorrhoiden muss man weder Angst haben noch sich schämen. Der Arzt bzw. Therapeut wird die Hämorrhoiden routiniert und schmerzfrei untersuchen. Einer besonderen Vorbereitung für die Untersuchung bedarf es nicht. Weder Magen noch Darm müssen leer sein, lediglich auf Abführmittel sollte bei einem anstehenden Arztbesuch verzichten werden, denn sie verfälschen das Untersuchungsergebnis. Sie können die die Darmschleimhaut sowie den Schließmuskel verändern und erschweren dem Arzt die Untersuchung auf Hämorrhoiden oder andere Enddarmleiden.

Diagnose bei Hämorrhoiden

Die Erstellung der Hämorrhoiden-Diagnose erfolgt beim Arzt grundsätzlich durch folgende diagnostische Maßnahmen:

  1. Analinspektion,
  2. Rektale Untersuchung,
  3. Proktoskopie, Rektoskopie, ggf. Koloskopie,
  4. Differenzialdiagnose.

Anamnese

Vor der Untersuchung führt der Arzt ein Gespräch, um die Krankenvorgeschichte zu ergründen und Lebensumstände zu erfahren. In der Regel hat der Arzt einen Fragebogen, mit dem er Beginn und Art der Beschwerden abklärt, nach Hämorrhoiden- und Darmerkrankungen in der Familie fragt und vermerkt, welche Medikamente eingenommen werden. Verschweigen Sie auf gar keinen Fall ein Medikament, denn das kann Auswirkungen auf die Behandlung haben.

Nicht jeder Juckreiz, Nässe, Blutung am After muss ein Hämorrhoidenleiden sein. Häufiger handelt es sich um  Entzündungen oder Einrisse am Anus, oder sogenannte Marisken (harmlose Hautläppchen). Auch andere Ursachen können vorliegen und sollten durch eine eingehende Untersuchung bzw. Differenzialdiagnose ausgeschlossen werden.

Analinspektion und Rektale Untersuchung

Damit die Untersuchung möglichst angenehm ist, bringt der Arzt den Patienten in eine Position, in der er leicht Zugang zum After hat, damit er kaum etwas spürt.

Bewährt haben sich drei Untersuchungspositionen:

  • die linke Seitenlage, bei der der Patient bequem auf der Seite liegt,
  • die Knie-Ellenbogenlage, bei der der Patient den Po nach oben streckt.
  • die Steinschnittlage auf dem proktologischen Untersuchungsstuhl. Der Patient liegt hier ähnlich einem Frauenarztstuhl auf dem Rücken und wird vom Arzt mit der Stuhlmechanik in die Steinschnittlage befördert.

Für die erste Untersuchung braucht der Arzt nur seine Augen und einen Finger. Er wird sich einen Handschuh überstreifen und zunächst den After von außen inspizieren. Der Patient wird aufgefordert, wie zum Stuhlgang zu pressen. Ekzeme / Hautausschläge, Entzündungen und Einrisse der Haut, außen sitzende Tumore, Fisteln, Abszesse und Warzen sind leicht zu erkennen.

Dann benetzt der Arzt den behandschuhten Zeigefinger mit einem Gleitmittel und ertastet den Analkanal, um sich mit seinem Finger ein Bild zu verschaffen. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft, wenn auch ein wenig unangenehm. Verursacht das Austasten wegen einer Erkrankung Schmerzen, betäubt der Arzt den Bereich lokal. Mit dem Austasten des Analkanals überprüft der Arzt die Beschaffenheit und Funktionsfähigkeit des Schließmuskels und kann so auch die benachbarten Organe Steißbein, Prostata bzw. Gebärmutterhals beurteilen. Mit seinem „dritten Auge“ ertastet der Arzt den hinteren Teil der Prostata. Das ist wichtig für die Früherkennung eines Prostatakrebs, auch kleinere Tumoren kann man in der Darmwand erfühlen. Befindet sich beim Zurückziehen des Handschuhs Blut am Finger, wird in der Regel gleich ein test auf verborgenes Blut vorgenommen.

Vergrößerte Hämorrhoiden ersten Grades lassen sich mit dieser Untersuchung nicht feststellen, die Schwellkörper sind zu weich. Hämorrhoiden weiterer Grade erkennt der Arzt in der Regel auf einen Blick.

Hat man Beschwerden im Enddarm, kann die Ursache auch im Bauch liegen, deshalb beinhaltet die gründliche Untersuchung immer auch das Abtasten des Bauches. So lässt sich (eingeschränkt) überprüfen, ob Dickdarm, Blase, Gebärmutter, Eierstöcke, Niere, Harnleiter, Leisten oder die Leber mit betroffen sind. Zeigen sich Verhärtungen, Druckschmerzen oder Vergrößerungen, z.B. der Leber, folgen weitere Untersuchen durch einen Magen-Darm-Experten (Gastro-Enterologen).

Proktoskopie (Afterspiegelung)

Um Hämorrhoiden des ersten Grades zu erkennen, ist ein Hilfsmittel unumgänglich: Der Afterspiegel, das Proktoskop. Der Arzt führt das maximal acht cm lange, innen beleuchtete Rohr in den Analkanal und untersucht so Schleimhaut und Hämorrhoiden. Mit dieser Methode erkennt er schon Hämorrhoiden ersten Grades.

Analspreizer (Spekulumuntersuchung)

Bei Verdacht auf Fisteln und Analfissuren untersucht Arzt den Mastdarm mit einem Spekulum. Dieser Analspreizer dehnt den Afterkanal ein wenig und so können die einzelnen Abschnitte besser beurteilt werden. Ist die Untersuchung wegen vorhandener Fisteln schmerzhaft, betäubt der Arzt lokal.

Rektoskopie (Starre Mastdarmspiegelung)

Sind nicht Hämorrhoiden Auslöser der Beschwerden, muss der Arzt den Darm mit weiteren Instrumenten ergründen. Für eine Mastdarmspiegelung setzt er ein Rektoskop ein. Das Rektoskop ist ein starres, dünnes Rohr mit bis zu 30 cm Länge, das mit Gleitmittel benetzt in den Afterkanal geführt wird. Auch diese Untersuchung ist nicht schmerhaft. Hämorrhoiden lassen sich hiermit nicht feststellen, dafür aber andere Leiden des Enddarms, die Juckreiz auslösen, wie Entzündungen und Polypen. Zudem reicht das Rektoskop weit genug in den Darm hinein, um Tumore im oberen Mastdarm sowie im unteren S-Darm diagnostizieren zu können.

Koloskopie (Darmspiegelung)

Konnte mit sämtlichen Untersuchungsmethoden kein Enddarmleiden festgestellt werden, hilft nur noch eine totale Darmspiegelung. Für diese Untersuchung muss der Darm des Patienten komplett entleert werden, dafür verabreicht der Arzt ein Abführmittel. Dann führt er das Koloskop in den leeren Darm ein. Mit diesem langen flexiblen Schlauch lässt sich über eine Videokamera der gesamte Dickdarm begutachten. Diese Untersuchung wird auch bei der wichtigen Darmkrebsvorsorge vorgenommen. Auch sie ist nicht schmerzhaft, bei besonders empfindsamen Patienten gibt der Arzt Entspannungs- und Betäubungsmittel für eine angenehmere Untersuchung.

Hämorrhoiden Differenzialdiagnose

Die Symptome vieler Enddarmleiden wie Hämorrhoiden ähneln sich. Bei Beschwerden im Enddarm und am After kommen auch andere mehr oder weniger harmlose Diagnosen in Frage, die der Arzt mit verschiedenen Untersuchungsmethoden abklärt: Entzündung des Rektums (Hämorrhagische Proktitis) oder des Analkanals, chronische Schmerzen des Steißbeins (Kokyzgodynie), Polypen, Solitäres Rektumulkus-Syndrom, Infektionen oder Darmkrebs.

Stuhluntersuchung bei Hämorrhoiden

Die Inspektion des Stuhls gibt Anhaltspunkte auf das Vorliegen und den Grad von Hämorrhoiden. Hier spielen folgende Faktoren eine Rolle: Farbe (hellrote Blutauflagerungen, hellrote Streifen), Konsistenz (schleimig, belistiftförmig) und Beimengungen (Blut, Schleim).

Zur Ausschlußdiagnose bei Verdacht auf Hämorrhoiden kann zudem der Okkultbluttest des Stuhls eingesetzt werden. Er gilt als eine der wichtigsten Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen bei Darmkrebs. Hier existieren verschiedene Testtypen, chemisch und immunologisch, zum Nachweis des verborgenen Bluts. Die Untersuchung ermöglicht es frühzeitig, maligne Tumore oder Darmpolypen zu entdecken.